Die Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU – Umsetzung in der Praxis

Kurztitel: Druckgeräterichtlinie

TeilnehmerkreisPipes, tubes, machinery and steam turbine at a power plant
Hersteller, Genaralunternehmer, Subunternehmer, Konstrukteure, Verantwortliche für Planung, Engineering, Vertragsabwicklung und Beschaffung, Verantwortliche für Montage und Inbetriebnahme, Zulieferer, Händler, Importeure, Sachverständige und befähigte Personen für Prüfungen im betrieblichen Bereich

Zum Thema

Im Europäischen Wirtschaftsraum dürfen nur Druckgeräte und Baugruppen in Verkehr gebracht werden, die hinsichtlich des Druckrisikos die Anforderungen der Druckgeräterichtlinie (DGRL) erfüllen. Die rechtssichere Umsetzung der DGRL erfordert vertiefte Kenntnisse bezüglich der Einstufung von Druckgeräten, Wahl der Konformitätsbewertungsverfahren, Anwendung von technischen Spezifikationen und deren Auswirkung auf Qualität und Sicherheit sowie auf die Prüffristen bei wiederkehrenden betrieblichen Prüfungen und Änderungen im Anlagenbestand.

Hersteller/Inverkehrbringer müssen ihre Verpflichtungen – von der Erfüllung der einschlägigen wesentlichen Sicherheitsanforderungen der DGRL, Einbindung von notifizierten Stellen, CE-Kennzeichnung bis hin zur Gestaltung der Betriebsanleitung und Erstellung der EU-Konformitätserklärung – in vollem Umfang kennen und wahrnehmen.

Am 19. Juli 2016 ist die Neufassung der Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU in Kraft getreten. Sie fordert zusätzlich zur Gefahrenanalyse eine Risikoanalyse und -beurteilung mit Dokumentationspflicht. Ferner werden die Pflichten und Verantwortlichkeiten der Hersteller aber auch der Bevollmächtigten, Importeure, Händler, Zulieferer wesentlich erweitert.

Ziel des Seminars ist, den Teilnehmern anwendbares Wissen bei der praxisgerechten Umsetzung der neuen Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU zu vermitteln.

Seminarinhalte

Die DGRL im Überblick
– Geltungsbereich, Ausschluss der Anwendung
– Begriffe: Druckgeräte, Baugruppen, maximal zulässiger Druck, Volumen, Fluide, …
– Druckrisiko, Einstufung in Kategorien, „Gute Ingenieurpraxis“ nach Artikel 4 Absatz 3
– EG-Konformitätserklärung, CE-Kennzeichnung von Druckgeräten und Baugruppen
– Verfahren der Konformitätsbewertung, notifizierte Stellen
– Verantwortlichkeiten und Freiheitsgrade des Herstellers

Wesentliche Sicherheitsanforderungen nach Anhang I
– Gefahrenanalyse und Risikoanalyse: Durchführung, Dokumentation
– Anforderungen an Werkstoffe (Eignung, Gütenachweise), Personal und Verfahren für Schweißarbeiten und zerstörungsfreie Prüfungen, zulässige Berechnungsspannungen, Kennzeichnung/Fabrikschild, Betriebsanleitung
– Abnahme: Schlussprüfung, Druckprüfung und Prüfung der Ausrüstung bei Baugruppen

Technische Spezifikationen und Regelwerke
– Harmonisierte europäische Normen: EN 13445, EN 13480, EN 12952, EN 12953 ff.
– Angepasste nationale und regionale Regelwerke: AD 2000, ASME-Code

Schnittstellen zu weiteren europäischen Richtlinien (Maschinenrichtlinie, ATEX)

Praxisprobleme beim Inverkehrbringen von Druckgeräten, Baugruppen und Bauteilen

Schnittstellen zu nationalen Betriebsvorschriften: Prüfungen/Inspektionen, Änderungen im Anlagenbestand

Workshop: Anwendung der europäischen Leitlinien, Fallbeispiele aus der Praxis, Erfahrungen mit der Marktaufsicht im Binnenmarkt, unsichere Produkte.

Zum Abschluss erhalten die Teilnehmer eine Teilnahmebescheinigung.

Seminarleitung

Dr.-Ing. Tiberius Schulz